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DLMO (Dim Light Melatonin Onset)

Neuer Speicheltest zur Bestimmung des individuellen Chronotyps

Warum werden manche Menschen bereits früh am Abend müde, während andere erst deutlich später zur Ruhe kommen? Und warum kann Schlaf trotz ausreichender Dauer manchmal wenig erholsam sein?

Eine mögliche Erklärung liegt in unserer inneren Uhr. Sie steuert zahlreiche Körperfunktionen im Tagesverlauf und beeinflusst unter anderem Schlaf und Wachheit, Leistungsfähigkeit, Stoffwechsel und Hormonfreisetzung.

Geraten innere Uhr und äußerer Tagesablauf auseinander – beispielsweise durch unregelmäßige Schlafzeiten, späte Mahlzeiten oder intensive Lichtexposition am Abend –, können u. a. Ein- und Durchschlafstörungen, Tagesmüdigkeit sowie Konzentrations- und Leistungseinbußen die Folge sein.

Der DLMO macht die innere Uhr messbar

Ab Mitte September 2026 erweitert der Dim Light Melatonin Onset (DLMO) die Melatonin-Diagnostik bei GANZIMMUN. Der Parameter beschreibt den Zeitpunkt am Abend, zu dem die Melatoninkonzentration unter gedämpften Lichtbedingungen charakteristisch anzusteigen beginnt.

Der DLMO gilt als etablierter Marker der zirkadianen Phase und liefert Hinweise darauf, wann die individuelle biologische Nacht beginnt.

Zur Bestimmung werden unter gedämpften Lichtbedingungen fünf Speichelproben zu festgelegten Zeitpunkten am Abend entnommen. Aus dem individuellen Verlauf der Melatoninkonzentration wird anschließend der DLMO ermittelt. Dieser Zeitpunkt besitzt unmittelbare praktische Relevanz: Ausgehend vom DLMO lässt sich ein biologisch günstiges Einschlaffenster ableiten. Dadurch kann beurteilt werden, ob die gewählte Schlafenszeit mit der individuellen zirkadianen Rhythmik übereinstimmt oder zeitlich davon abweicht. Darüber hinaus ermöglicht die Untersuchung eine Einordnung des individuellen Chronotyps als Früh-, Intermediär- oder Spättyp.

 

Wann kann eine DLMO-Bestimmung sinnvoll sein?

Die Bestimmung der individuellen zirkadianen Phase kann insbesondere hilfreich sein bei

  • Ein- und Durchschlafproblemen mit Verdacht auf eine zirkadiane Ursache,
  • Tagesmüdigkeit, Erschöpfung sowie Konzentrations- und Leistungseinbußen,
  • dem Verdacht auf eine Diskrepanz zwischen Schlafzeiten und innerer Uhr,
  • der Planung und Verlaufskontrolle chronobiologisch orientierter Maßnahmen, beispielsweise einer Lichttherapie oder einer zeitlich abgestimmten Melatonineinnahme,
  • präventivmedizinischen Fragestellungen, etwa zur gezielten Optimierung von Schlaf, Regeneration, Leistungsfähigkeit und Tagesstruktur.

Die Ergebnisse liefern eine objektive Grundlage, um Schlafenszeiten und chronobiologisch relevante Faktoren wie Lichtexposition, Mahlzeiten oder Bewegung gezielter auf den individuellen Tagesrhythmus abzustimmen.

Weiterführende Informationen zum Chronotyp-Marker finden sich in der Labor- sowie in der Fachinformation „DLMO – Der Dim Light Melatonin Onset“.

Details zu physiologischen Hintergründen – mit Informationen zur zirkadianen Rhythmik, zur Bedeutung von Licht und Melatonin, zu Chronotypen, zur zirkadianen Dysregulation sowie zu chronobiologisch orientierten therapeutischen Maßnahmen bietet die Fachinformation
„Chronobiologie – Der Dim Light Melatonin Onset (DLMO) als Goldstandard der zirkadianen Diagnostik“.