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Longevity-Diagnostik

Laborleistungen im Überblick

„Longevity“ bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Langlebigkeit“. In der Medizin geht es dabei jedoch um weit mehr als ein möglichst langes Leben. Im Zentrum der Longevity-Medizin steht die Verlängerung der Gesundheitsspanne – also der möglichst lange Erhalt von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Unabhängigkeit im Alltag bis ins hohe Alter. Dafür ist es entscheidend, relevante biologische Alterungsprozesse und gesundheitliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken. Laboranalysen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie können ausgewählte Veränderungen und funktionelle Dysregulationen sichtbar machen – häufig lange bevor sich daraus manifeste Erkrankungen entwickeln. So lassen sich individuelle Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsvorsorge ableiten. Da biologisches Altern durch das Zusammenspiel zahlreicher Prozesse auf unterschiedlichen Ebenen geprägt ist, erfordert seine diagnostische Betrachtung einen entsprechend vielschichtigen Ansatz. GANZIMMUN betrachtet gesundes Altern aus vier unterschiedlichen Perspektiven: Prävention, funktionale Zelldiagnostik, intestinales Mikrobiom und Telomerlänge.

Longevity Diagnostik – Holzbausteine symbolisieren Prävention, Zellgesundheit, Mikrobiom und gesundes Altern
Gesundes Altern als Gesamtbild: Moderne Labordiagnostik verbindet Prävention, funktionale Zellanalytik, Mikrobiom und biologisches Alter zu einem individuellen Konzept.

Longevity – Prävention

Viele altersassoziierte Veränderungen entwickeln sich schleichend und lange bevor erste Beschwerden auftreten. Gerade deshalb ist es für gesundes Altern entscheidend, gesundheitliche Risikokonstellationen möglichst frühzeitig zu erkennen. Das Laborprofil Longevity – Prävention (4227) betrachtet zentrale Bereiche wie Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, Organfunktionen, Entzündungsaktivität, Mikronährstoffversorgung, Hormone und neuronale Funktion. So entsteht ein umfassendes Bild ausgewählter Faktoren, die für den langfristigen Erhalt von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und funktionellen Reserven von Bedeutung sind – und damit eine Grundlage für individuell ausgerichtete präventive Maßnahmen.

Enthaltene Laborparameter

  • Herz und Gefäße: Gesamtcholesterin, LDL-, HDL- und Non-HDL-Cholesterin, Triglyceride, Apolipoprotein B, Lipoprotein(a), hsCRP, Homocystein, Omega-3-Index
  • Entzündungsaktivität: großes Blutbild einschließlich Retikulozyten, Calprotectin im Serum
  • Zuckerstoffwechsel: Nüchternglukose, HbA1c
  • Leber und Bauchspeicheldrüse: GGT, GOT, GPT, alkalische Phosphatase, Bilirubin, Albumin, Gesamteiweiß, Amylase, Lipase
  • Nierengesundheit: Kreatinin, Cystatin C, eGFR, Harnstoff
  • Schilddrüse: TSH, fT3, fT4
  • Mikronährstoffe und Eisenstatus:: Folsäure, Holotranscobalamin, Vitamin B6, Vitamin A, Vitamin E, Vitamin D, Ferritin, Zink, Kalium, Natrium
  • Hormone: Estradiol, Progesteron, Testosteron, SHBG, DHEAS, IGF-1
  • Neuronale Funktion: BDNF

Prävention

Umfassende Laboranalytik von Herz bis Stoffwechsel – für ein proaktives Gesundheitsmanagement und gesundes, vitales Altern.

Longevity – Funktionale Zelldiagnostik

Gesundes Altern beginnt auf zellulärer Ebene. Damit diese langfristig leistungsfähig bleiben, müssen sie ausreichend Energie bereitstellen, auf Belastungen reagieren und sich wirksam vor oxidativen Schäden schützen können. Mit zunehmendem Alter können insbesondere die Funktion der Mitochondrien, die zelluläre Stressresistenz und die Regulation entzündlicher Prozesse beeinträchtigt sein. Das Laborprofil Longevity – Funktionale Zelldiagnostik (4226) untersucht deshalb zentrale Bereiche der mitochondrialen Funktion, des oxidativen Stresses und der Entzündungsaktivität und ermöglicht so einen gezielten Blick auf ausgewählte zelluläre Alterungsprozesse.

Enthaltene Laborparameter

  • Mitochondriale Funktion: MitoStress plus, NAD⁺/NADH, Coenzym Q10, Carnitin-Profil
  • Oxidativer Stress und Zellschutz: antioxidative Kapazität, DNS-Oxidation, Glutathion (gesamt, oxidiert und reduziert), 8-Epi-Prostaglandin
  • Entzündungsaktivität: hsCRP, Calprotectin im Serum

Funktionale Zelldiagnostik

Gesundes Altern beginnt in der Zelle. Erkennen Sie funktionelle Defizite der Mitochondrien und optimieren Sie die zelluläre Stressresistenz.

Longevity – Mikrobiom

Auch der Darm spielt für gesundes Altern eine wichtige Rolle. Das intestinale Mikrobiom steht in enger Wechselwirkung mit Stoffwechsel, Immunsystem und Darmbarriere und wird über viele Jahre durch Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress und Medikamenteneinnahme geprägt. Veränderungen seiner Zusammensetzung und Funktion können mit einer beeinträchtigten Barrierefunktion und entzündlichen Prozessen einhergehen und werden zunehmend im Zusammenhang mit biologischen Alterungsprozessen betrachtet. Das Laborprofil Longevity – Mikrobiom (4228) verbindet daher die Analyse des Mikrobioms mit Markern der lokalen Entzündungsaktivität, Schleimhautabwehr und intestinalen Barriere und ermöglicht so eine umfassendere Beurteilung der Darmgesundheit im Longevity-Kontext.

Enthaltene Laborparameter

  • Darmmikrobiom: Analyse des intestinalen Mikrobioms mittels Next-Generation-Sequencing (NGS)
  • Entzündungsaktivität: Calprotectin im Stuhl
  • Schleimhautabwehr: sekretorisches Immunglobulin A (sIgA)
  • Intestinale Barriere: α-1-Antitrypsin, Zonulin

Mikrobiom

Erfahren Sie, wie moderne Mikrobiom-Diagnostik systemische Entzündungen aufdeckt und gezielte Longevity-Therapien ermöglicht.

Longevity – Telomerlänge

Altern hinterlässt auch auf der Ebene des Erbguts Spuren. Telomere schützen die Enden der Chromosomen und verkürzen sich im Verlauf wiederholter Zellteilungen – ein Prozess, der unter anderem durch oxidativen Stress, chronische Entzündungen und weitere Belastungsfaktoren beschleunigt wird. Die Bestimmung der Telomerlänge in weißen Blutkörperchen ermöglicht eine altersbezogene Einordnung dieser zellulären Veränderungen und liefert Hinweise auf die kumulative Belastung und Alterungsdynamik auf DNA-Ebene. Das Laborprofil Longevity – Telomerlänge (4230) ergänzt die Diagnostik damit um eine weitere, klar abgegrenzte Perspektive auf biologisches Altern.

Enthaltene Laborparameter

  • Telomerlänge: Leukozytäre Telomerlängenbestimmung

Telomerlänge

Zelluläre Schutzkappen im Fokus: Ein zentraler Biomarker zur Analyse zellulärer Alterungsprozesse und biologischer Reserven.

Longevity-Diagnostik: Laboranalysen zur Verlängerung der Gesundheitsspanne

Auf den Punkt gebracht: Die Longevity-Diagnostik von GANZIMMUN analysiert biologische Alterungsprozesse, funktionelle Dysregulationen und kardiovaskuläre Risiken, lange bevor klinische Symptome entstehen. Ziel ist der Erhalt von Vitalität und Zellgesundheit bis ins hohe Alter (Healthspan). Die Diagnostik stützt sich auf vier Säulen: Prävention, Funktionale Zelldiagnostik, Mikrobiom-Analyse und Telomerlängen-Bestimmung.

Was bedeutet Longevity in der Labormedizin?

Longevity bedeutet wörtlich „Langlebigkeit“. Die moderne Longevity-Medizin fokussiert jedoch primär auf die Verlängerung der Gesundheitsspanne (Healthspan) – die Lebensphase, die Menschen frei von chronischen Erkrankungen, kognitiven Einschränkungen und funktionellen Einbußen verbringen.

Da biologisches Altern ein multifaktorieller Prozess auf molekularer, zellulärer und organbezogener Ebene ist, erfordert die Diagnostik ein differenziertes Vorgehen. GANZIMMUN bündelt die Diagnostik in vier spezialisierten Laborprofilen:

1. Prävention (Profil 4227): Multiorgan-, Stoffwechsel-, Hormon- und Gefäßstatus.

2. Funktionale Zelldiagnostik (Profil 4226): Mitochondriale Vitalität, NAD⁺, ATP-Stress und oxidativer Status.

3. Mikrobiom (Profil 4228): Next-Generation-Sequencing (NGS), Darmbarriere und Mukosa-Immunität.

4. Telomerlänge (Profil 4230): Zelluläres Alter und DNA-Belastung via leukozytäre Telomerlänge.

Die 4 Longevity-Laborprofile im Überblick

ProfilProfilnummerPrimärer FokusSchlüsselparameter
Prävention4227Organfunktion, Gefäßschutz, Hormone & NährstoffeApoB, Lp(a), Omega-3-Index, hsCRP, BDNF, IGF-1, DHEAS, Cystatin C
Funktionale Zelldiagnostik4226Mitochondriale Energieproduktion & ZellstressMitoStress plus, NAD⁺/NADH, Coenzym Q10, Glutathion (red./ox.), DNS-Oxidation
Mikrobiom4228Darm-Immun-Achse & Mukosale BarriereNGS-Mikrobiomanalyse, Zonulin, sIgA, Calprotectin (Stuhl), α-1-Antitrypsin
Telomerlänge4230Biologisches DNA-Alter & ZellteilungsreserveLeukozytäre Telomerlängenbestimmung

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ für Fachkreise und Patienten)

Der englische Begriff „Longevity“ bedeutet auf Deutsch „Langlebigkeit“. Ziel der Longevity-Medizin ist es jedoch nicht allein, möglichst viele Lebensjahre zu erreichen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Verlängerung der Gesundheitsspanne – also der möglichst lange Erhalt von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Unabhängigkeit im Alltag.

Die Diagnostik richtet sich an präventionsorientierte Ärzte, Heilpraktiker und deren Patienten, die personalisierte Ernährungs-, Lifestyle- und Supplementierungsstrategien auf Basis valider labormedizinischer Daten erstellen wollen.

Standard-Check-ups erfassen meist nur Parameter, wenn Organschäden bereits manifest sind (z. B. isoliertes LDL-Cholesterin oder Kreatinin). Die Longevity-Diagnostik von GANZIMMUN erfasst funktionelle Frühmarker wie ApoB, Lp(a), Cystatin C, NAD⁺/NADH oder Zonulin, die bereits subklinische Dysbalancen aufzeigen.

Ziel der Longevity-Medizin ist es, individuelle Risikofaktoren, funktionelle Veränderungen und gesundheitliche Belastungen möglichst frühzeitig zu erkennen und in einen präventiven Gesamtkontext einzuordnen.

Im Mittelpunkt stehen dabei gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, körperliche Aktivität, Schlaf und Regeneration sowie die Reduktion beeinflussbarer Risikofaktoren. Je nach individueller Situation können darüber hinaus weitere medizinische Maßnahmen in Betracht kommen.

Damit Prävention gezielt ausgerichtet werden kann, müssen relevante Risikokonstellationen jedoch zunächst erkannt und eingeordnet werden. Hier kann die Labordiagnostik wichtige zusätzliche Informationen liefern.

Viele gesundheitliche Risikofaktoren und altersassoziierte Veränderungen entwickeln sich schleichend und zunächst unbemerkt. Sie können bereits lange bestehen, bevor erste Beschwerden auftreten oder sich manifeste Erkrankungen entwickeln.

Laboranalysen können dazu beitragen, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und differenziert einzuordnen. Sie liefern damit zusätzliche Informationen über individuelle Risikokonstellationen und können dabei unterstützen, präventive Maßnahmen gezielter auszurichten.

Das chronologische Alter beschreibt die Zahl der Lebensjahre. Es gibt jedoch nur begrenzt Aussage darüber, wie weit altersassoziierte Veränderungen im Körper tatsächlich fortgeschritten sind. So können sich Menschen gleichen Alters hinsichtlich des Zustands zellulärer Funktionalität, Stoffwechsel, Organfunktion und körperlicher Leistungsfähigkeit deutlich unterscheiden.

Biologisches Altern umfasst eine Vielzahl an Veränderungen auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene. Da unterschiedliche Prozesse daran beteiligt sind, lässt sich der individuelle Alterungsprozess nicht anhand eines einzelnen Laborwertes abbilden. Verschiedene Biomarker und funktionelle Parameter können vielmehr jeweils bestimmte Aspekte dieses Alterungsprozesses abbilden.

Die Longevity-Diagnostik verfolgt deshalb einen multidimensionalen Ansatz. Sie betrachtet unterschiedliche Risikofaktoren und biologische Prozesse, die für gesundes Altern relevant sind.

Für die frühzeitige Beurteilung gesundheitlicher Risiken sind zunächst etablierte präventivmedizinische Laborparameter von Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise Werte des Fett- und Glukosestoffwechsels, kardiovaskuläre Risikomarker sowie Parameter zur Beurteilung der Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktion. Auch Entzündungsmarker, ausgewählte Mikronährstoffe und Hormone können zusätzliche Informationen liefern.

Darüber hinaus können spezialisierte Untersuchungen Hinweise auf ausgewählte biologische Prozesse geben, die im Zusammenhang mit gesundem Altern stehen. Dazu zählen beispielsweise Analysen der mitochondrialen Funktion sowie Marker des oxidativen Stresses und der chronisch niedriggradigen Entzündungsaktivität. Auch die Telomerlänge, die Zusammensetzung und Funktion des intestinalen Mikrobioms sowie Marker der Darmbarriere können ergänzende Informationen liefern.

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt maßgeblich von der individuellen Fragestellung und dem persönlichen Risikoprofil ab.

Nein. Die individuelle Lebenserwartung lässt sich anhand eines Bluttests nicht zuverlässig vorhersagen. Gesundheit und Lebensdauer werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem genetische Voraussetzungen, Vorerkrankungen sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren.

Laborwerte können jedoch Risikokonstellationen und ausgewählte altersassoziierte Veränderungen sichtbar machen. Ihr Nutzen liegt daher nicht darin, die persönliche Lebensdauer zu berechnen, sondern gesundheitlich relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und eine individuell ausgerichtete Prävention zu unterstützen.

Warum sich die individuelle Lebensdauer nicht anhand einzelner Laborwerte vorhersagen lässt, wird deutlich, wenn man die biologischen Grundlagen des Alterns betrachtet. Altern ist kein einzelner Vorgang, sondern das Ergebnis zahlreicher miteinander verknüpfter Prozesse auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene. Sie beeinflussen, wie Zellen und Organe ihre Funktion erhalten, auf Belastungen reagieren und sich regenerieren können.

Ein etabliertes wissenschaftliches Modell zur Beschreibung biologischer Alterungsprozesse sind die sogenannten „Hallmarks of Aging“. Sie umfassen zentrale molekulare, zelluläre und systemische Veränderungen, die sich im Laufe des Lebens entwickeln und zur nachlassenden Funktionsfähigkeit von Zellen und Geweben beitragen können.

Vereinfacht lassen sich diese Veränderungen in drei Kategorien einteilen:

  • Primäre Hallmarks beschreiben grundlegende Schäden, die sich im Laufe des Lebens in den Zellen ansammeln. Dazu gehören beispielsweise Schäden am Erbgut, die Verkürzung der Telomere, epigenetische Veränderungen und der Verlust der Proteostase, also einer funktionierenden Qualitätskontrolle von Proteinen.
  • Antagonistische Hallmarks sind Reaktionen des Organismus auf solche Belastungen. Sie können zunächst der Anpassung und Schadensbegrenzung dienen, bei anhaltender Aktivierung jedoch selbst den Alterungsprozess beschleunigen. Dazu zählen unter anderem mitochondriale Dysfunktion, eine veränderte Nährstoffregulation und zelluläre Seneszenz.
  • Integrative Hallmarks beschreiben schließlich Folgen, die entstehen können, wenn sich solche Veränderungen über längere Zeit summieren. Hierzu gehören beispielsweise eine nachlassende Regenerationsfähigkeit von Geweben, Veränderungen der Zellkommunikation, chronisch niedriggradige Entzündungsprozesse („Inflammaging“) und Veränderungen des Mikrobioms.

Die Hallmarks stehen dabei nicht isoliert nebeneinander. Sie beeinflussen sich gegenseitig und können sich im Verlauf des Alterns verstärken. So entsteht ein komplexes Netzwerk biologischer Veränderungen, das dazu beitragen kann, dass Regenerationsfähigkeit, Stressresistenz und funktionelle Reserven des Organismus mit zunehmendem Alter abnehmen.

Wie wir altern, wird auch durch unsere genetischen Voraussetzungen beeinflusst. Gene können beispielsweise Stoffwechselprozesse, Reparaturmechanismen oder die individuelle Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen mitbestimmen.

Die genetische Ausstattung ist jedoch nur ein Teil der biologischen Ausgangslage. Wie sich Gesundheit und Funktionsfähigkeit im Laufe des Lebens entwickeln, wird zusätzlich wesentlich durch Umweltbedingungen, Lebensstil, bestehende Erkrankungen und weitere individuelle Faktoren geprägt.

Ja. Lebensstilfaktoren spielen eine wichtige Rolle für gesundes Altern. Ernährung, körperliche Aktivität, Schlaf, Rauchen, Alkoholkonsum und der Umgang mit chronischem Stress beeinflussen zahlreiche Prozesse, die mit biologischem Altern und altersassoziierten Erkrankungen in Zusammenhang stehen.

Dies unterstreicht die Bedeutung präventiver Maßnahmen in der Longevity-Medizin. Laboranalysen können dabei helfen, individuelle Risikokonstellationen und ausgewählte funktionelle Veränderungen zu erkennen und einzuordnen. Auf dieser Grundlage können gemeinsam mit weiteren klinischen Informationen mögliche Ansatzpunkte für eine gesundheitsfördernde Lebensweise abgeleitet werden.

Für die Longevity-Diagnostik gibt es keine feste Altersgrenze. Prävention sollte idealerweise nicht erst im höheren Lebensalter beginnen. Viele kardiovaskuläre, metabolische und andere gesundheitliche Risikofaktoren entwickeln sich über Jahre oder Jahrzehnte, bevor daraus Beschwerden oder manifeste Erkrankungen entstehen.

Ob und welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich deshalb weniger nach dem chronologischen Alter als nach dem individuellen Risikoprofil, der Familienanamnese, dem Lebensstil, bestehenden Erkrankungen und der jeweiligen diagnostischen Fragestellung.

Ein zentraler Gedanke der Longevity-Medizin besteht darin, mögliche Risikofaktoren und gesundheitlich relevante Veränderungen frühzeitig zu erfassen und präventive Maßnahmen individuell auszurichten.

Die Longevity-Diagnostik von GANZIMMUN umfasst vier Profile mit unterschiedlichen diagnostischen Schwerpunkten: Prävention, funktionale Zelldiagnostik, Mikrobiom und Telomerlänge. Je nach individueller Fragestellung können damit unterschiedliche Risikofaktoren und ausgewählte biologische Alterungsprozesse betrachtet werden.

Die Profile können im Labormanagementsystem 2D-Connect® über die Kategorie „Longevity“ angefordert werden. Dort stehen neben den vier Longevity-Profilen auch ergänzende Zusatzparameter zur Verfügung, die die jeweilige diagnostische Perspektive auf den Alterungsprozess erweitern können. Alternativ können die Anforderungsbögen zur Longevity-Diagnostik für Privatpatienten (ANF0414) und Selbstzahler (ANF0413) genutzt werden.

Die Ergebnisse werden in einem speziell auf das jeweilige Longevity-Profil abgestimmten Befund übersichtlich aufbereitet. Die untersuchten Bereiche sind klar gegliedert, auffällige Laborwerte werden farblich hervorgehoben und anschließend fachlich eingeordnet. Je nach Profil ergänzen grafische Darstellungen die Befundinterpretation und erleichtern die Übersicht.

Für die vertiefende fachliche Einordnung steht der Praxiskompass „Longevity – Gesund altern statt nur länger leben“ kostenlos im Download-Center zur Verfügung. Er dient Therapeuten als umfassendes Nachschlagewerk und erläutert die enthaltenen Laborparameter, ihre diagnostische Bedeutung und Interpretation im Kontext biologischer Alterungsprozesse.

Die vier Longevity-Profile setzen unterschiedliche diagnostische Schwerpunkte. Welches Profil geeignet ist, richtet sich daher vor allem danach, welche Aspekte des Alterungsprozesses näher betrachtet werden sollen.

Longevity – Prävention

Wenn ein breiter präventivmedizinischer Überblick gefragt ist
Das Profil bündelt ausgewählte Marker aus Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, Organfunktionen, Entzündung, Mikronährstoffversorgung und Hormonstatus und ermöglicht damit eine breite labordiagnostische Einordnung präventiv relevanter Bereiche.

Longevity – Funktionale Zelldiagnostik

Für den Blick auf zentrale Prozesse der Zellfunktion
Das Profil erfasst mitochondriale Leistungsfähigkeit, oxidativen Stress und niedriggradige Entzündungsaktivität als ausgewählte funktionelle Aspekte biologischer Alterungsprozesse auf zellulärer Ebene.

Longevity – Mikrobiom

Der integrative Blick auf Mikrobiom, Darmbarriere und Entzündung
Das Profil verbindet die Analyse des intestinalen Mikrobioms mit Markern für Darmbarriere, Schleimhautabwehr und Entzündung und ermöglicht so eine gemeinsame Betrachtung zentraler Aspekte der Darmgesundheit im Longevity-Kontext.

Longevity – Telomerlänge

Ein Hallmark of Aging im Fokus

Die Bestimmung der leukozytären Telomerlänge ermöglicht eine altersbezogene Einordnung dieses spezifischen Aspekts biologischer Alterung auf DNA-Ebene und kann Hinweise auf kumulative zelluläre Belastungen geben.

Fortbildung & Mediathek

Vertiefende wissenschaftliche Einblicke in die Longevity-Medizin in der GANZIMMUN-Mediathek:

  • Vortragsreihe: „Longevity – Medizin des gesunden Alterns“ mit Dr. Ralf Kirkamm 

Themenschwerpunkt: Muscle-Span: Der unterschätzte Faktor der Longevity

  • Vortragsreihe: „Geriatrie – Grundlagen des Alterns“ mit Dr. Elke Mantwill 

Themenschwerpunkte: Hormonelle Regulation, Darmfunktion und Ernährung

Literatur

  1. Garmany A, Terzic A (2024): Global Healthspan-Lifespan Gaps Among 183 World Health Organization Member States. JAMA Netw Open, 7(12):e2450241.
  2. López-Otín C et al. (2023): Hallmarks of aging: An expanding universe. Cell, 186(2):243–278.
  3. Moqri M et al. (2023): Biomarkers of aging for the identification and evaluation of longevity interventions. Cell, 186(18):3758–3775.
  4. Furrer R, Handschin C (2025): Biomarkers of aging: from molecules and surrogates to physiology and function. Physiol Rev, 105(3):1609–1694.
  5. Cocchi C et al. (2025): How to promote healthy aging across the life cycle. Eur J Intern Med, 135:5–13.
Verfasst von Adrian Rothfels
M.Sc. Biomedizin | Medical Writer

Adrian Rothfels ist als medizinisch-wissenschaftlicher Fachautor bei GANZIMMUN tätig. Sein Schwerpunkt liegt darauf, aktuelle Erkenntnisse aus der Labordiagnostik verständlich aufzubereiten und für die medizinische Praxis nutzbar zu machen.