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Longevity - Prävention

Umfassende Labordiagnostik für eine individuell ausgerichtete Prävention

Viele gesundheitliche Risiken entstehen lange, bevor sie spürbar werden. Veränderungen des Stoffwechsels, der Gefäßgesundheit, der Organfunktion oder der Entzündungsaktivität können sich über Jahre entwickeln, ohne zunächst Beschwerden zu verursachen. Genau darin liegt die Chance präventiver Labordiagnostik: relevante Veränderungen möglichst früh sichtbar zu machen und gesundheitliche Risiken differenzierter einzuordnen.

Der gesetzliche Gesundheits-Check-up bietet hierfür eine wichtige Basis, bildet labordiagnostisch jedoch nur einen begrenzten Ausschnitt erfassbarer Risikofaktoren ab. Das Profil „Longevity – Prävention“ setzt deshalb breiter an.

Für wen ist das Profil geeignet?

Das Profil richtet sich an Menschen, die ihren Gesundheitsstatus umfassender präventiv beurteilen und mögliche Risikofaktoren frühzeitig erkennen möchten – auch wenn noch keine konkreten Beschwerden bestehen. Es kann insbesondere im Rahmen regelmäßiger präventivmedizinischer Untersuchungen zusätzliche Informationen liefern und dabei helfen, individuelle Ansatzpunkte für eine gesundheitsfördernde Lebensweise zu identifizieren.

Welche Analysen beinhaltet „Longevity – Prävention“?

Das Profil bündelt ausgewählte Laborparameter aus den Bereichen Herz-Kreislauf-Gesundheit, Entzündungsaktivität, Glukosestoffwechsel, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktion, Mikronährstoffversorgung, Hormonstatus und neuronale Funktion. Dadurch ermöglicht es einen umfassenden präventivmedizinischen Blick auf zentrale Faktoren, die für die Gesundheit und einen gesunden Alterungsprozess relevant sind.

Herz und Gefäße

Enthaltene Parameter: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin (LDL-C), HDL-Cholesterin (HDL-C), Non-HDL-Cholesterin (Non-HDL-C), Triglyceride, Lipoprotein(a), Apolipoprotein B, hochsensitives C-reaktives Protein (hsCRP), Homocystein und Omega-3-Index

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind sowohl weltweit als auch in Deutschland die Todesursache Nummer eins. In Deutschland geht rund jeder dritte Todesfall auf eine kardiovaskuläre Erkrankung zurück. Die zugrunde liegenden krankhaften Veränderungen entwickeln sich häufig über viele Jahre, bevor es zu klinischen Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt.

Die frühzeitige Erfassung und Einordnung kardiovaskulärer Risikofaktoren ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Prävention und kann dazu beitragen, individuelle Risiken besser einzuschätzen und präventive Maßnahmen gezielter auszurichten.

Entzündungsaktivität

Enthaltene Parameter: großes Blutbild inklusive Retikulozyten und Calprotectin im Serum; hsCRP wird bereits im Bereich Herz und Gefäße erfasst

Chronisch niedriggradige Entzündungsprozesse können über längere Zeit unbemerkt verlaufen und stehen mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Zusammenhang. Sie können unter anderem atherosklerotische Gefäßveränderungen, Stoffwechselprozesse und die Immunfunktion beeinflussen und spielen unter dem Begriff „Inflammaging“ auch im Kontext biologischer Alterungsprozesse eine wichtige Rolle.

Studien zeigen, dass bei einem relevanten Anteil der erwachsenen Bevölkerung erhöhte Entzündungsmarker vorliegen, die mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert sein können. Die frühzeitige Erfassung und Einordnung niedriggradiger systemischer Entzündungsaktivität kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur präventivmedizinischen Risikobeurteilung leisten.

Glukosestoffwechsel

Enthaltene Parameter: Nüchternplasmaglukose und glykiertes Hämoglobin (HbA1c)

Während Typ-1-Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist, wird die Entstehung des Typ-2-Diabetes maßgeblich durch beeinflussbare Faktoren wie Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht mitbestimmt. Dabei reagieren die Körperzellen zunehmend schlechter auf Insulin und die Blutzuckerregulation verschlechtert sich schleichend.

In Deutschland weist etwa jeder fünfte Erwachsene einen Prädiabetes auf, weitere rund 9 % einen Diabetes. Durch gezielte Lebensstilveränderungen lassen sich ungünstige Stoffwechselveränderungen häufig deutlich verbessern und das Risiko für die weitere Krankheitsentwicklung reduzieren.

Die regelmäßige Kontrolle des Glukosestoffwechsels kann deshalb dazu beitragen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen gezielter auszurichten.

Leberfunktion

Enthaltene Parameter: Gamma-Glutamyltransferase (GGT), Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT), Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT), alkalische Phosphatase, Bilirubin, Albumin, Gesamteiweiß, Amylase und Lipase

Die Leber ist die Stoffwechselzentrale des Körpers. Sie verarbeitet Nährstoffe, speichert und mobilisiert Energie und reguliert zentrale Schritte des Fett- und Glukosestoffwechsels. Gleichzeitig ist sie zahlreichen Belastungen ausgesetzt: Übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel und Insulinresistenz können ihre Funktion und Struktur langfristig beeinträchtigen.

Stoffwechselbedingte Leberveränderungen entwickeln sich häufig über Jahre, ohne zunächst Beschwerden zu verursachen. Schätzungen zufolge ist in Deutschland etwa jeder vierte Erwachsene von einer metabolisch bedingten Fettleber betroffen. Gerade in frühen Stadien lassen sich solche Veränderungen durch Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung und eine angepasste Ernährung häufig deutlich verbessern.

Bleibt die Erkrankung bestehen, können Entzündungsprozesse, Fibrose und langfristig ein Verlust von Leberfunktion entstehen. Die regelmäßige Kontrolle leberbezogener Stoffwechsel- und Funktionsparameter kann deshalb dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen gezielter auszurichten.

Nierenfunktion

Enthaltene Parameter: Cystatin C, Kreatinin, kombinierte geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und Harnstoff

Die Nieren filtern das Blut, scheiden Stoffwechselprodukte aus und regulieren unter anderem den Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt. Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht, aber auch Rauchen und bestimmte Medikamente können die Nieren langfristig belasten.

Dabei kann sich die Nierenfunktion schleichend und zunächst völlig unbemerkt verschlechtern. Schätzungen zufolge ist etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen. Besonders relevant: Nur etwa jeder Vierte mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion weiß von seiner Erkrankung.

Eine regelmäßige Kontrolle kann dazu beitragen, Einschränkungen der Nierenfunktion frühzeitig zu erkennen und individuelle Risikofaktoren besser einzuordnen.

Schilddrüsenfunktion

Enthaltene Parameter: Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH), freies Trijodthyronin (fT3) und freies Thyroxin (fT4)

Schilddrüsenhormone beeinflussen zahlreiche zentrale Körperfunktionen – darunter Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, Körpertemperatur und Stimmung. Störungen der Schilddrüsenfunktion können sich deshalb durch sehr unspezifische Beschwerden äußern. So kann beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und depressiver Verstimmung einhergehen und damit den Symptomen einer Depression ähneln.

Auf Dauer können unbehandelte Schilddrüsenfunktionsstörungen mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und weitere gesundheitliche Folgeerkrankungen verbunden sein. Die labordiagnostische Beurteilung der Schilddrüsenfunktion kann deshalb dazu beitragen, funktionelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine weiterführende medizinische Abklärung zu unterstützen.

Mikronährstoffe

Enthaltene Parameter: Folsäure, Holotranscobalamin, Vitamin B6, Ferritin, Zink, 25(OH)-Vitamin D, Kalium, Natrium sowie Vitamin A und E

Vitamine und Mineralstoffe sind an zahlreichen zentralen Stoffwechselprozessen beteiligt – darunter Energiegewinnung, Blutbildung, Immunfunktion, antioxidativer Schutz sowie Aufbau und Erhalt von Knochen und Gewebe. Eine ausreichende Versorgung ist auch in Deutschland nicht immer selbstverständlich. So zeigen Bevölkerungsdaten beispielsweise, dass ein relevanter Anteil der Erwachsenen Vitamin-D-Konzentrationen unter den empfohlenen Werten aufweist.

Eine längerfristig unzureichende Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen kann – abhängig vom jeweiligen Nährstoff – mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und altersassoziierten Funktionseinbußen verbunden sein. Gleichzeitig können auch überhöhte Konzentrationen gesundheitlich relevant sein.

Die labordiagnostische Bestimmung kann dabei helfen, den individuellen Mikronährstoffstatus differenzierter einzuordnen und Hinweise darauf geben, ob eine Anpassung von Ernährung oder gegebenenfalls Supplementierung angepasst werden sollte.

Neuronale Funktion

Enthaltener Parameter: BDNF (Brain-derived neurotrophic factor)

Gesundes Altern umfasst nicht nur den Erhalt körperlicher Leistungsfähigkeit, sondern auch kognitiver Funktionen wie Gedächtnis, Lernfähigkeit und geistige Flexibilität. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Neuroplastizität – also die Fähigkeit des Nervensystems, sich strukturell und funktionell an neue Anforderungen anzupassen. BDNF ist ein Wachstumsfaktor, der an der Entwicklung, Erhaltung und Anpassungsfähigkeit von Nervenzellen beteiligt ist. Seine Konzentration kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden; hierzu zählt unter anderem körperliche Aktivität.

Die Bestimmung von BDNF kann ergänzende Informationen zu einem biologischen Faktor liefern, der mit neuroplastischen Prozessen in Zusammenhang steht.

Hormonelle Regulation

Enthaltene Parameter: Estradiol, Progesteron, Testosteron, Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG), Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) und Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1)

Hormone steuern zahlreiche physiologische Prozesse – darunter Muskel- und Knochenstoffwechsel, Körperzusammensetzung, Energiehaushalt, Regeneration und Sexualfunktion. Im Laufe des Lebens verändern sich verschiedene Hormonspiegel zum Teil deutlich. Besonders ausgeprägt ist dies bei Frauen in den Wechseljahren, aber auch bei Männern können sich hormonelle Veränderungen mit zunehmendem Alter entwickeln. So beginnt beispielsweise der Testosteronspiegel im Mittel ab dem dritten bis vierten Lebensjahrzehnt allmählich zu sinken.

Solche Veränderungen sind nicht automatisch krankhaft, können bei ausgeprägten Abweichungen jedoch mit einem Verlust an Muskel- und Knochenmasse, verminderter Leistungsfähigkeit, Veränderungen der Libido oder weiteren funktionellen Einschränkungen einhergehen.

Die gemeinsame Beurteilung verschiedener Hormone kann helfen, die endokrine Regulation differenzierter einzuordnen und mögliche Auffälligkeiten im Kontext von Alter, Beschwerden und weiteren klinischen Befunden zu bewerten.

Aktiv, leistungsfähig und voller Energie: Gezielte Prävention schafft die Basis, um funktionelle Reserven bis ins hohe Alter zu bewahren.

Wie sieht der Befund „Longevity – Prävention“ aus?

Der Befund bereitet die Vielzahl der untersuchten Parameter übersichtlich nach den verschiedenen Rubriken auf. Bereits auf der ersten Seite zeigt eine kompakte Übersicht, welche Parameter unauffällig sind und wo Auffälligkeiten vorliegen. Ein einleitender Text ordnet die untersuchten Parameter zudem in den Kontext der Longevity-Medizin ein und erläutert die Bedeutung des präventiven Screenings für den langfristigen Erhalt von Gesundheit und Organfunktion. Anschließend werden die einzelnen Laborwerte mit Referenzbereichen und grafischer Einordnung dargestellt.

Besonders relevante oder auffällige Ergebnisse werden ausführlicher erläutert und – sofern sinnvoll – durch Hinweise zu weiterführender Diagnostik und weiteren präventiven Maßnahmen ergänzt. Darüber hinaus vermittelt der Befund einen kompakten Überblick über zentrale Strategien für gesundes Altern – von ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung über erholsamen Schlaf und ausreichende Regeneration bis hin zu Rauchverzicht sowie sozialer und kognitiver Aktivität.

Literatur

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  11. Dinoff A et al. (2016): The Effect of Exercise Training on Resting Concentrations of Peripheral Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF): A Meta-Analysis. PLoS One, 11(9):e0163037.
Verfasst von Adrian Rothfels
M.Sc. Biomedizin | Medical Writer

Adrian Rothfels ist als medizinisch-wissenschaftlicher Fachautor bei GANZIMMUN tätig. Sein Schwerpunkt liegt darauf, aktuelle Erkenntnisse aus der Labordiagnostik verständlich aufzubereiten und für die medizinische Praxis nutzbar zu machen.
Beispielhafte Darstellung der ersten Seite des Befundes „Longevity – Prävention