Vitamin-D-Mangel bei Schwangeren weit verbreitet
17. Oktober 2011GieĂen (eb). Einen deutlichen Vitamin-D-Mangel bei Schwangeren und Neugeborenen haben Forscher der Uni GieĂen festgestellt. Die Wissenschaftler um Professor Clemens Kunz vom Institut fĂŒr ErnĂ€hrungswissenschaften und Dr. Peter Gilbert vom St.-Josef-Krankenhaus haben Blutproben von 84 Schwangeren zum Zeitpunkt der Entbindung und aus der Nabelschnur der Kinder genommen. In den Proben bestimmten sie die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin-D (25-OH-D), der Speicherform von Vitamin D.
Das Ergebnis: 90 Prozent der Frauen und 88 Prozent der SĂ€uglinge hatten einen Vitamin-D-Mangel, teilt die Uni mit. Nur zwei der 84 Frauen und drei der Neugeborenen hĂ€tten 25-OH-D-Konzentrationen gehabt, die mit mehr als 50 nmol/L ĂŒber den Empfehlungen vom US-Institute of Medicine von 2011 liegen. Nach Studiendaten ist bei Schwangeren mit niedrigen 25-OH-D-Werten die FrĂŒhgeburtsrate erhöht. Nach der Geburt ist bei betroffenen SĂ€uglingen die Inzidenz von unteren Atemwegsinfektionen und Rachitis erhöht, die Knochenmineralisation nimmt ab.
Dies ist die erste Studie in Deutschland, die die tatsĂ€chliche Vitamin-D-Versorgung der Gruppe anhand von Blutuntersuchungen ĂŒberprĂŒft, so Kunz und Gilbert. Sie schlieĂen aus den Ergebnissen, dass eine wesentlich höhere Vitamin-D-Zufuhr fĂŒr Schwangere erforderlich ist.
Quelle: Ărzte Zeitung; Ausgabe 181; Dienstag, 11. Oktober 2011; Seite 4
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